"Bad Freienwalde (Oder) (bis 1925 Freienwalde, 1925–1994 Bad Freienwalde) ist eine Stadt im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg und staatlich anerkanntes Moorheilbad sowie nördliches Zentrum der Märkischen Schweiz." [4]
"Bars – russisch Барс = Leopard – war das strategische Troposphären-Nachrichtensystems des Warschauer Paktes. Das System wurde in den 1980er Jahren analog dem NATO-System ACE High mit dem Ziel errichtet, die Führung zwischen den Ländern auch nach einem Einsatz von Kernwaffen in einem Atomkrieg aufrechtzuerhalten. Es war eine Teilkomponente des Einheitlichen Nachrichtensystems (ENS) des Warschauer Paktes.
Die Errichtung des strategischen Troposphären-Nachrichtensystems wurde im September 1980 von Militärexperten in Moskau beraten, beschlossen und den Regierungen zur Ratifizierung vorgelegt. Trotz größter ökonomischer und finanzieller Schwierigkeiten in den Ländern wurde das System außerhalb der Planinvestitionen im Zeitraum von 1982 bis 1987 realisiert, wenn auch in einigen Ländern mit Einschränkungen. So wurden z. B. in der VR Ungarn nicht alle Troposphären-Funkstationen in unterirdischen Schutzbauten (Bunkern) errichtet. In der VR Polen wurden teilweise zunächst oberirdische ungeschützte Troposphären-Funkstationen errichtet und in Betrieb genommen. Der Bau von Schutzbauten (Bunkern) in unmittelbarer Nachbarschaft begann, kam aber bis 1990 nicht zum Abschluss. Das System war stationär ausgelegt und ermöglichte auf den Achsen und Rochaden eine hohe Manövrierfähigkeit mit Nachrichtenkanälen. Für den Fall von Kampfhandlungen in der West- und Südwestrichtung war in den Stellen- und Ausrüstungsplänen (STAN) die mobile Variante des Gerätesystems aufgenommen. In der DDR erfolgte die Einführung der mobilen Variante noch im Februar 1990. Das System ging am 1. Dezember 1987 offiziell in Betrieb und wurde bis zum 7. Mai 1990 nach Programmzeiten gefahren. Danach ging es in die operative Nutzung (Dauerbetrieb). Am 14. August 1990 erfolgte die Abschaltung des Systems in der DDR, die Außerbetriebnahme aller Verbindungen.
Die DDR war mit drei Troposphären-Funkstationen beteiligt, die in geschützten Bauwerken (Bunkern) installiert waren:
Troposphären-Funkstation 301 in Wollenberg bei Bad Freienwalde (Oder) in Brandenburg,
Jedes der Schutzbauwerke war projektiert, gebaut und vorbereitet für die Aufnahme von vier Troposphären-Funkgerätesätzen der neuesten Generation. Jedem Gerätesatz war ein Stahlgittermast zugeordnet. Theoretisch war die Aufnahme von Verbindungen in vier Richtungen möglich. Aus ökonomischen und operativen Gründen wurden nicht alle Gerätesätze bis 1990 installiert. Je Richtung war die Bildung von 60 bzw.120 Troposphären-Funkkanälen möglich. Die Standorte der Stationen waren nach operativ-strategischen Gesichtspunkten ausgewählt und berücksichtigten die Eingliederung der NVA in den Bestand der Koalitionsstreitkräfte. So sicherte die Troposphären-Funkstation 301 in Wollenberg unter anderem die Bereitstellung von Troposphären-Funkkanälen zur Nachrichtenzentrale des Ministeriums für Nationale Verteidigung und dessen Hauptführungsstelle in Harnekop. Auf nationaler Ebene gingen die Troposphären-Funkstationen als die Stütznachrichtenzentralen 301 – 303 in das Nachrichtensystem der NVA ein. Mit diesen Bezeichnungen wurde ihre Existenz verschleiert." [3]
"Der Bunker Wollenberg ist eine Bunkeranlage bei Bad Freienwalde (Oder) in Brandenburg. Sie schützte die militärische Troposphärenfunkzentrale 301, eine von drei typengleichen Anlagen, die in der DDR Mitte der 1980er Jahre errichtet wurden. Die beiden anderen Anlagen waren die Troposphären-Funkstation 302 in der Gemeinde Langsdorf bei Bad Sülze und die Troposphärenfunkzentrale 303 in Röhrsdorf bei Königsbrück. Die Anlagen gehörten zum strategischen Troposphären-Nachrichtensystem Bars des Warschauer Paktes. Die technische Zone der Anlagen bestand aus einem zweigeschossigen Bunker, eingestuft in die Schutzklasse D nach VA-Klassifizierung und den Grundmaßen von rd. 30 × 30 m. Die Schutzklasse D entsprach dem Überdruck aus einer Kernwaffendetonation von 30 N/cm², damit annähernd der Waffenwirkung einer betonbrechenden Bombe von 250 kg Sprengstoff. Die Legende der Anlage war die vorgebliche Nutzung als militärische Flugwetterstation.
Mit ihrer Zugehörigkeit zum Troposphären-Nachrichtensystem „BARS“ gehörten die Stationen zum Bestand des Einheitlichen Nachrichtensystems (ENS) der Teilnehmerländer des Warschauer Pakts. Im nationalen Rahmen wurden sie als Stütznachrichtenzentralen 301–303 (StNZ) bezeichnet und gingen als solche in das gedeckt vorbereitete Nachrichtensystem der NVA ein. Mit diesen Bezeichnungen war gleichsam eine Tarnlegende gegeben. Mit der Zuordnung von taktischen Tarnnamen, für Wollenberg als „TUSHURKA“, wurde eine weitere Verschleierung erreicht.
Die Troposphärenfunkzentrale 301 war für die Aufnahme von vier Troposphärenfunkgerätesätzen projektiert, gebaut und vorbereitet, gleichbedeutend mit der Möglichkeit, in vier verschiedenen Richtungen Troposphärenfunkverbindungen herzustellen. Tatsächlich waren jedoch nur drei Gerätesätze installiert. Jeder erlaubte die Herstellung von 60 Troposphärenfunkkanälen. Aus der Gesamtzahl der Kanäle konnten von der Troposphärenfunkstation 301 bis zu 48 operative Kanäle zur Hauptführungsstelle des Ministeriums für Nationale Verteidigung der DDR im Bunker Harnekop über Fernmeldekabel oder Richtfunkgerätesätze FM 24-400 (Frequenzmodulation) weitergeschaltet werden. Die Weiterschaltung und Übergabe von Kanälen war Gegenstand von Qualifizierungsmaßnahmen in der Nutzungsphase des Systems nach Programmzeiten und im Rahmen von internationalen Schaltübungen. Aus der Hauptnachrichtenzentrale des MfNV wurden im Mai 1990 die ersten operativen Nachrichtenkanäle als Reserve WTsch-Regierungsverbindungen über die Troposphärenfunkstation 301 ins Ausland geschaltet und betrieben.
Die stationär (ortsfest) eingesetzte Troposphärenfunk-Technik kam aus der Produktion der UdSSR und trug die Bezeichnung R-417 „BAGET-S“. Ergänzend war in der Troposphärenfunkzentrale 301 konventionelle Funk-, Richtfunk- und Fernmeldetechnik installiert.
Die Ausbreitung der elektromagnetischen Wellen im Troposphärenfunksystem basiert auf der Nutzung der Eigenschaften der Troposphäre (Bereich des Wetters, 12–17 Kilometer), wo sie ein Feld der Strahlungsbegegnung bilden. Darin entsteht ein Streustrahlungsvolumen, das Teile der homogenen Atmosphäre im Verhältnis zu den Wellenlängen in Schwingungen versetzt, welche sich in Richtung der Gegenstellen ausbreiten (Troposcatter). Nach einer Kernwaffendetonation ist die Troposphäre mit zusätzlichen Schmutz- und Staubpartikeln angereichert, d. h. auch das Feld der Strahlungsbegegnung, was zu einer Erhöhung der Schwingungsbewegung und damit zu einer Feldstärkeerhöhung der Signale sowie zu einer Verbesserung der Qualität der Verbindung führt. Im Zusammenhang mit den Ausbreitungsbedingungen elektromagnetischer Wellen wird das Feld der Streustrahlbegegnung oft als „Reflektorschicht“ bezeichnet. Flächenmäßig nahm die Troposphärenfunkstation ein Areal von rund 10 ha ein." [5]